Road Trip der anderen Art…

Reisen bildet bekanntlich. Das haben sich die Verantwortlichen wohl auch gedacht, als sie den Einfall hatten, unsere Büromitarbeiter vom Schreibtisch loszulösen und sie mit unseren Fahrern auf die Straße zu schicken. Die Grundidee war ganz simpel. Jeweils ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin sollte eine Woche mit einem unserer Lkw-Fahrer gemeinsam auf Achse sein. Sinn und Zweck dieser „Reisegruppen“ war es, den Job des jeweils anderen näher kennenzulernen, doch vor allem unsere „Schreibtischtäter“ sollten die ganz eigene Welt der Fahrer miterleben.

Dass zwischen Schreibtisch und Fahrerhaus große Unterschiede bestehen, ist vermutlich den meisten klar. Doch was es tatsächlich heißt, Waren und Güter von A nach B zu transportieren, was es dabei alles zu beachten gilt, welche tagtäglichen Herausforderungen sich einem dabei in den Weg stellen, das ist wiederum etwas ganz anderes.

Mittlerweile sind die ersten „Mitfahrer:innen“ wieder zurück und berichten gemeinsam mit den Lkw-Fahrern von ihren Erlebnissen und Erfahrungen. Besonders die Büromitarbeiter:innen konnten viele neue Einsichten gewinnen.

 

Wie fandst du die Idee zu dieser Art von Road Trip?

Lkw-Fahrer

  • Als dieses Projekt ins Leben gerufen wurde, war ich sofort Feuer und Flamme. Auch wenn es am Anfang etwas komisch ist, plötzlich knapp 15 Stunden am Tag mit einem nahezu fremden Menschen auf so kleinem Raum zu verbringen, würde ich jederzeit wieder zur Verfügung stehen.

Büromitarbeiter:in

  • Ich fand die Idee klasse und war direkt begeistert von der Aktion und vor allem, dass uns die Möglichkeit gegeben wurde für eine Woche mal die Lebenswelt unserer Lkw-Fahrer mitzuerleben.

 

Was hat dich dazu bewogen mitzumachen?

Lkw-Fahrer

  • Für die Dispo, aber besonders für die Fachabteilungen ist die Straße ja weit weg und dementsprechend noch wichtiger zu sehen, was da mit ihrem Material passiert.

Büromitarbeiter:in

  • Primär die Neugier und das Interesse an dem Arbeitsalltag von unseren Kollegen an der Front. Ich wollte herausfinden, wie es ist, die Theorie, die im Büro stattfindet, in die Praxis umzusetzen, mit welchen Themen unsere Fahrer konfrontiert werden, sowohl positiv als auch negativ und das Geschehen auf der Straße selbst miterleben. Ich fand es aber auch wichtig, mal den direkten Austausch mit unseren Fahrern zu haben, um auch deren Sichtweise besser zu verstehen und ggf. Einwände in gewisse Prozesse nachzuvollziehen.

 

Was sind die größten Erkenntnisse, die dir diese Reise beschert hat? Was siehst du jetzt vielleicht mit anderen Augen?

 Lkw-Fahrer

  • Die Erkenntnis dieser Woche war, dass es die Fachabteilungen tatsächlich interessiert, was draußen auf der Straße so los ist. Überall, wo Hackschnitzel, Rinde, Rindenmulch oder ganze Sägewerke zu sehen waren, wurden Bilder gemacht und Standorte gespeichert, um später eventuelle Geschäftsmöglichkeiten zu checken.

Büromitarbeiter:in

  • Es war für mich eine große Umstellung, gleich am 1. Tag um 01:00 Uhr zu starten im Vergleich zu meinen gewohnten Arbeitszeiten von 8-17 Uhr. Und nach 8 Stunden ist meistens nicht Schluss, unser längster Fahrtag dauerte 15 Stunden. Aber ich kann ihn da gut verstehen und würde es wahrscheinlich auch so machen. Wir standen glücklicherweise nur einmal im Stau. Mir wurde bewusst, an wie viel so ein Fahrer, neben dem reinen Fahren, noch so alles denken und was er alles beachten muss.

 

Was konntet ihr voneinander lernen?

Lkw-Fahrer

  • Wir machen zwei völlig unterschiedliche Jobs, die Leute im Büro jonglieren mit Zahlen, wir mit unseren Lkws. Aber irgendwie hängt alles zusammen und jeder ist auf den anderen angewiesen. Mein Mitfahrer hat jedenfalls viel gesehen, was man verbessern könnte und auch die Problematik bei den Ladestellen besser „verstanden“.

Büromitarbeiter:in

  • Ich konnte einen sehr guten Einblick in den Alltag eines Lkw-Fahrers bekommen und bin sehr froh, diese Erfahrung mitgemacht zu haben. Ich schätze es jetzt noch mehr, dass ich geregelte Arbeitszeiten habe und jeden Abend zu meinem Mann nach Hause kommen kann.

 

Wie man anhand der Stimmen zur Reise deutlich erkennen kann, ist das Projekt ein Erfolg auf ganzer Linie. Das Verständnis für die Arbeit des jeweils anderen ist enorm gestiegen, besonders die Büromitarbeiter:innen haben viel über den Job der Lkw-Fahrer gelernt und viele neue Erkenntnisse mitgenommen. Alle sind begeistert und dankbar für diese Erfahrung, die die künftige Zusammenarbeit noch besser machen wird und für ein gestärktes Zusammengehörigkeitsgefühl sorgt.

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