Altholz kennt keine Landesgrenzen. Umso wichtiger ist der regelmäßige Austausch mit internationalen Marktteilnehmern. Genau dafür bot das Treffen des Bundesverbands der Altholzaufbereiter und -verwerter (BAV) am 23. und 24. Juni in Strasbourg die passende Plattform. Vertreter aus verschiedenen Ländern Europas kamen zusammen, um Marktentwicklungen zu diskutieren, bestehende Partnerschaften zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen. Auch unsere Kollegen Michel Wülbers-Mindermann und Rayane Mokdad aus der Unit Recycling & Waste waren vor Ort und konnten wertvolle Eindrücke aus dem internationalen Meeting mitnehmen.
BRANCHENTREFFEN IN STRASBOURG
Das zweitägige Treffen stand ganz im Zeichen des persönlichen Dialogs. Schon das gemeinsame Dinner am ersten Abend schuf den idealen Rahmen zum Netzwerken. Am nächsten Tag standen Fachvorträge verschiedener Teilnehmer wie Kronospan Luxembourg mit aktuellen Einblicken in die europäische Altholzbranche auf dem Programm. Insgesamt verdeutlichte der Austausch, wie vielfältig der europäische Markt aufgestellt ist. Ein Blick nach Frankreich zeigt, welche Dynamik derzeit den dortigen Altholzmarkt prägt.
EIN MARKT MIT POTENZIAL
Laut einer Studie der französischen Agentur für ökologische Transformation (ADEME) fallen in Frankreich jährlich circa 8,7 Millionen Tonnen Altholz an. Etwa 7,4 Millionen Tonnen davon werden gesammelt und verschiedenen Verwertungswegen zugeführt: Rund 3,2 Millionen Tonnen werden aktuell zu Holzwerkstoffen recycelt, weitere 2,6 Millionen Tonnen finden Verwendung in der energetischen Verwertung. Dennoch bestehen Potenziale, denn circa 1,6 Millionen Tonnen des gesammelten Materials landen auf Deponien. Gerade hier liegt eine große Chance: Durch den weiteren Ausbau von Recyclingstrukturen kann zukünftig noch mehr Altholz als wertvoller Sekundärrohstoff genutzt und wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden.
Auch im europäischen Handel spielt Frankreich eine entscheidende Rolle. Rund 1,8 Millionen Tonnen des gesammelten Altholzes werden für das Recycling exportiert – vor allem nach Belgien, Luxemburg, Italien und Deutschland. Das unterstreicht die hohe Bedeutung des Landes als Beschaffungsmarkt. In den kommenden Jahren dürfte diese Entwicklung weiterhin dynamisch bleiben. Bis 2028 wird erwartet, dass die Recyclingkapazitäten von derzeit rund 1,6 auf etwa 2,5 Millionen Tonnen steigen. Neue Anlagen und Investitionen werden dazu beitragen, einen größeren Anteil des Altholzes im eigenen Land zu recyceln. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass der Wettbewerb um das Material zunimmt. Parallel gewinnen regulatorische Anforderungen zusätzlich an Bedeutung. Insbesondere die Vorgaben aus RED III und Zertifizierungssysteme wie SURE-EU fallen für alle Beteiligten immer mehr ins Gewicht und prägen zunehmend die Marktanforderungen.
WANDEL GEMEINSAM GESTALTEN
Im europäischen Kontext lohnt es sich also, diese Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen. Steigende Recyclingkapazitäten, neue regulatorische Anforderungen und ein wachsender Wettbewerb werden die Branche in den kommenden Jahren prägen. Umso wertvoller sind Veranstaltungen wie das BAV-Meeting, die den fachlichen Austausch über Ländergrenzen hinweg fördern und es ermöglichen, Trends frühzeitig einordnen und Chancen gemeinsam zu nutzen.