NEUE UNIT – KUNSTSTOFF

Bereits letztes Jahr sind wir mit der neuen Unit „Kunststoff“ gestartet. Ein weiterer Schritt beim Ausbau unseres Produktportfolios sowie beim Vorantreiben unserer Internationalisierung. Ein Vorhaben, das viel Engagement und Energie erfordert.

Beim Aufbau der neuen Unit ist es daher natürlich von Vorteil, wenn man auf bereits bestehende Geschäftsbeziehungen zurückgreifen kann. Mit vielen unseren Lieferant:innen für Kunststoff haben wir zuvor schon in anderen Bereichen zusammengearbeitet. Zum Teil handelt es sich um Ladestellen, die auch Abfall und Altholz an uns liefern. Hier kommen sicherlich die bislang guten Erfahrungen mit der Brüning Group zum Tragen und dass wir ein verlässlicher Geschäftspartner sind. Darüber hinaus können die neuen Kolleg:innen und Verantwortlichen der Kunststoff-Unit auf weitere wertvolle Kontakte zurückgreifen, da sie die Branche schon länger kennen und dort bereits tätig waren.

Zu den von uns gehandelten Kunststoffen gehören HDPE (High Density Polyethylen), LDPE (Low Density Polyethylen) und PET (Polyethylenterephthalat). HDPE begegnet uns tagtäglich in Form von Haushaltsgeräten, Gartenmöbeln und Spielzeugen, aber auch Fässer und Öltanks bestehen aus diesem vielseitigen Kunststoff. LDPE wird vor allem für Verpackungsmaterialien verwendet, auch der Gelbe Sack besteht z. B. aus LDPE-Folie. Die Recyclingfähigkeit ist sehr hoch, daher kann die Folie hervorragend zur Gewinnung von Regranulaten verarbeitet werden. PET ist wohl der bekannteste Kunststoff. Sofort erscheinen Bilder von Unmengen an PET-Flaschen vor dem geistigen Auge. Aber auch hier gibt es diverse Weiterverwertungsmöglichkeiten.

Bei den Qualitätsstandards gilt es zu unterscheiden zwischen sortenreinen Kunststoffen und der Sortierqualität. Sortenreine Kunststoffe können direkt verarbeitet werden. Die Sortierqualität definiert sich durch das Gemisch mehrerer unterschiedlicher Kunststoffarten in einer Ladung oder wenn andere Störstoffe wie Papier etc. enthalten sind. In diesem Fall ist keine direkte Verarbeitung möglich. Es muss zunächst nach Kunststoffarten, Papier und ggf. Müll (Auswurf) sortiert werden. Dann erfolgt eine Beurteilung der Qualität nach Farbe sowie nach Verunreinigungsgrad (verschmutzt oder nicht verschmutzt). Aus weißen oder transparenten Kunststoffen können wiederum weiße oder transparente Regranulate hergestellt werden, aus allen anderen Farben jedoch nur schwarze Regranulate.

Dank unseres Netzwerkes finden wir für fast jede Kunststoffware einen Absatzweg. Das meiste Material wird innerhalb von Europa vermarktet, was zudem seitens der Umweltbehörden gefordert wird. Unsere Abnehmer:innen sind größtenteils Verarbeiter:innen. Diese bereiten die Kunststoffe als Regranulate auf, welche dann in die Compoundierung gehen. Daraus werden Endprodukte hergestellt wie Shampoo-Flaschen, Mülltüten, etc. Sortenreine Kunststoffe exportieren wir in die Türkei, nach Hong Kong, Malaysia oder Indonesien. Alle Abnehmer:innen verfügen über Importlizenzen und können sich als R3-Anlagen ausweisen. Bei z. B. Sortierware mit einem Fremdstoffanteil von über 2 % benötigen wir eine Notifizierung für den Export. Verladen wird das Material für gewöhnlich in Planen-Lkw oder mit Schubboden-Lkw bei loser Ware. Für den Export verladen wir in 40 ft-High-Cube-Überseecontainer.

Wir sind gespannt, wie sich die neue Unit entwickelt und welchen Herausforderungen wir auf diesem Markt begegnen. Eines ist jedoch ganz klar: „In Anbetracht der Massen an Kunststoff, die produziert und weggeworfen werden, ist ein verantwortungsvoller Umgang, der stets im Recycling enden/beginnen sollte, besonders wichtig“, betont Ping Wong-Frese, zuständig für die Kunststoff-Unit und die internationale Geschäftsentwicklung in Asien.

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