Europa hat einen intensiven Waldbrandsommer erlebt. Bis September 2026 waren nach Angaben des European Forest Fire Information System (EFFIS) mehr als 678.000 Hektar in der EU von Bränden betroffen. Eine aktuelle Studie unter Leitung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zeigt außerdem, dass sich die Bedingungen für Waldbrände langfristig weiter verschärfen könnten. Gleichzeitig kommen die Forschenden zu dem Schluss, dass Verbesserungen bei Prävention, Früherkennung und Brandbekämpfung die Auswirkungen erheblich begrenzen können. Damit rückt neben der unmittelbaren Brandbekämpfung eine weitere Frage in den Fokus: Wie lassen sich Wälder und Landschaften vorausschauend bewirtschaften, um ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken und die Ausbreitung von Bränden zu begrenzen?
PRÄVENTION BEGINNT MIT AKTIVER LANDSCHAFTSPFLEGE
Ob sich ein Feuer zu einem Großbrand entwickelt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hohe Temperaturen, Trockenheit und starke Winde können die Ausbreitung begünstigen. Zudem spielt die Beschaffenheit der Landschaft eine wichtige Rolle: Wo sich große Mengen trockener und leicht entzündlicher Vegetation angesammelt haben und brennbares Material über größere Flächen hinweg miteinander verbunden ist, kann sich Feuer besonders schnell ausbreiten. Das European Forest Institute (EFI) betrachtet deshalb ein aktives Wald- und Landschaftsmanagement als wichtigen Bestandteil einer umfassenden Waldbrandprävention. Dazu gehören beispielsweise die Reduzierung von Brennstoffmengen, die Entfernung von trockenem und abgestorbenem Material, die Pflege von Brandschutzstreifen, strategische Beweidung oder die Schaffung vielfältigerer Landschaftsstrukturen gehören. Entscheidend ist ein standortangepasster Ansatz, der sowohl die Brandgefahr als auch die langfristige Widerstandsfähigkeit und Fruchtbarkeit der Böden berücksichtigt.
WAS PASSIERT MIT DER BIOMASSE?
Bei der Pflege und Bewirtschaftung von Wäldern fällt Biomasse an. Welche Sortimente entnommen und wie sie anschließend verwendet werden können, hängt unter anderem von den jeweiligen Standortbedingungen, den Bewirtschaftungszielen und den Anforderungen an eine nachhaltige Forstwirtschaft ab. Denn nicht alle anfallenden Reststoffe sollten aus dem Wald entfernt werden. Insbesondere Äste und Kronenmaterial können wichtige Nährstoffe in den Boden zurückführen. Eine großflächige oder dauerhafte Entnahme kann langfristig zu einem Nährstoffdefizit führen und damit die Bodenfruchtbarkeit sowie die Entwicklung und Umtriebszeit der Bäume beeinflussen. Die beiden weltweit gängigsten Zertifizierungssysteme für Holzprodukte aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung, FSC® und PEFC, stellen daher klare Anforderungen. Eine Entnahme von Biomasse aus dem Wald muss deshalb immer im Zusammenhang mit diesen Anforderungen und den langfristigen Auswirkungen auf den Wald betrachtet werden. Umso wichtiger ist es, zwischen den verschiedenen Sortimenten zu unterscheiden. Holzige Biomasse aus Durchforstungsmaßnahmen kann beispielsweise zu Waldhackschnitzeln verarbeitet und für die Erzeugung erneuerbarer Wärme eingesetzt werden. Damit solche Stoffströme sinnvoll genutzt werden können, braucht es neben einer nachhaltigen Bewirtschaftung auch funktionierende Strukturen für Aufbereitung, Vermarktung und Logistik. So erhält Material aus der Waldpflege dort, wo eine Nutzung ökologisch und forstwirtschaftlich sinnvoll ist, einen konkreten Verwendungszweck und wird Teil regionaler Wertschöpfungsketten.
AUS DER WALDPFLEGE IN DIE ENERGIEVERSORGUNG
Genau hier setzt die Brüning Group an: Wo im Rahmen nachhaltiger Waldpflege geeignete Sortimente anfallen, verbinden wir Biomasseströme mit den passenden Verwertungswegen, übernehmen dabei Beschaffung, Vermarktung sowie logistische Abwicklung und sorgen dafür, dass geeignete Sortimente dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Dabei spielen auch für uns die Anforderungen an eine nachvollziehbare Herkunft eine wichtige Rolle. Wir bieten FSC®– und PEFC-zertifiziertes Material und setzen damit auf transparente, verantwortungsvolle Lieferketten. So kann aus geeigneter Biomasse, die im Rahmen nachhaltiger Bewirtschaftung anfällt, ein nutzbarer Energieträger werden – und Teil eines regionalen Kreislaufs, der Waldpflege, Rohstoffnutzung und Energieversorgung miteinander verbindet.